Knödel statt Bomben

Keine Bomben, schon gar nicht auf den Straßen. Deshalb habe ich die "Seedbombs" oder "Samenbomben" umgetauft. Für mich sind die runden mit Samen gefüllten Erdkugeln, die öde Orte in blühende verwandeln, Samenknödel.

 

 

Babet von Koziol ist der ideale Platz bis die Knödel verteilt werden.
Schön aufgereiht in der Etagere

Samenknödel gehören zur Grundausstattung für Guerilla-Gärtner. Die mit Blumensamen gemischten Kugeln aus Erde lassen sich leicht verteilen, auch an Orten, die nicht so leicht zugänglich sind und sorgen so für blühende Ecken und Spalten. Am liebsten sind mir Samenknödel, die ich selbst gedreht habe. Das spart viel Geld und macht Spaß. In meine Knödel kommen bevorzugt einjährige Sommerblumen wie beispielsweise orange und gelb leuchtende Ringelblumen, die zarte„Jungfer im Grünen“, weiße und rosafarbene Schmuckkörbchen und Malven, die leuchtend orange Kapuzinerkresse, knallroter Klatschmohn, Fuchsschwanz, Borretsch und Schnittlauch. Letzterer hat tolle lilafarbige Blüten und Borretsch leuchtet strahlend blau wie ein Sommerhimmel. Es gibt hier nicht die eine beste Mischung. Erlaubt ist was gefällt und noch viel wichtiger, die Blumen sollten eine Chance haben zum Blühen zu kommen. Es nützt wenig, Samen von Blumen zu verteilen, die bestimmte Bodenvoraussetzungen brauchen oder eine längere Trockenheit nicht überleben. Außerdem habe ich den Anspruch, dass die Sommerblumen auch für Bienen und Hummeln den Tisch gedeckt halten.

 

 

Wie ein Knödelteig werden die Zutaten vermengt und dann gerollt.
Die Zutaten für die Samen-Knödel: Erde, Gartenerde, Sand und Samen.

Rezept - es geht auch ohne

Üblicherweise bestehen Samenknödel aus Tonerde, Blumenerde und Saatgut. Das hat den Vorteil, dass die Kugeln nach dem Trocknen sehr fest und robust sind und lange aufbewahrt werden können. Weil ich die Samenknödel nach der Herstellung zügig verteilen werde, habe ich meine Knödel nach dem Rezept von „Garten-Fräulein“ angefertigt. Sie braucht keine Tonerde.

 

Zutaten 

2 Handvoll Gartenerde

3 Handvoll Blumenerde

1 kleine Handvoll Sand

2 Eßlöffel Samen (hier habe ich mindestens die doppelte Menge genommen)

ein wenig Wasser

Die Menge hat bei mir 20 Samenknödel ergeben.

 

 

Keine Berührungsängste mit der Erde
Samen-Knödel in der Entstehungsphase

Herstellung

Die Blumenerde, die Gartenerde, den Sand und die Samen mit der Hand in einer großen Schüssel vermischen. Nach und nach Wasser zugeben, nur so viel bis die Masse formbar ist und diese auch behält. Wie beim Knödeldrehen mit einem kleinen Kochlöffel eine kleine Menge aus dem „Samenteig“ herausstechen und zwischen den Handflächen zu kleinen Knödeln rollen. Die fertigen Samenknödel zum Trocknen an einen schattigen Ort stellen.

Meine Knödel waren an einem warmen Frühlingstag innerhalb eines Tages und einer Nacht an einer schattigen Stelle auf meinem Balken getrocknet. Die Knödel sind nicht so robust und fest wie die mit Tonerde. Die letzten sind jetzt schon zwei Wochen alt und zeigen erste Zerfallserscheinungen. Ich habe sie einfach mit Wasser besprüht und werde sie ganz bald auf die „Straße“ bringen.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Möni (Montag, 11 April 2016 09:51)

    Danke für die wunderbare und machbare Anregung.Da bekomme ich richtig Lust auch zu "knödeln".

  • #2

    Busenfreund (Dienstag, 12 April 2016 12:10)

    praktisch eine pazifistische guerillia-garten-aktion! kann ich nur unterstützen ;)